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Badsanierungen und Überraschungs-Eier

Wie ist der Geschäftsführer, der selbstständige Handwerker oder die Ladenbesitzerin eigentlich privat? Wo kommt er oder sie her? Warum hat er oder sie gerade diesen Beruf ergriffen? Wir gucken regelmäßig hinter die Kulissen und stellen die Dinklager Geschäftswelt und deren Protagonisten vor. Los geht es heute mit dem Fliesenlegermeister Stephan Bokern.

Dass Stephan Bokern einen handwerklichen Beruf erlernt hat, lag irgendwie auf der Hand: Der Opa war Maurer, der Vater ist Tischler, die Brüder sind Dachdecker und Zimmermann. Der Fliesenlegermeister komplettiert die Familienreihe der Zünfte. Warum gerade Fliesen? „Man sieht, was man getan hat. Nach mir kommen bei einer Sanierung oder einem Neubau nur noch die Feinarbeiten wie Maler und Klempner. Die ‚dreckigen’ Arbeiten schließe ich mit meiner Arbeit ab.“ Dies sei ein gutes Gefühl.

Dass man sich als Fliesenleger auch ohne einen Meistertitel selbstständig machen kann, wissen nur die Wenigsten. Für Stephan Bokern kommt dies aber von Anfang an nicht in Frage. „Der Meister gehört einfach dazu. Der Titel steht für Qualität und zeigt, dass man sich intensiv mit seinem Handwerk und der Materie beschäftigt hat.“ Also geht es nach bestandener Lehre 2005 und der Gesellenzeit in einem Lohner Betrieb, 2011 auf die Meisterschulen in Vechta und Osnabrück. Diese besuchte er neben der normalen Arbeit abends und an den Wochenenden. Mit Erfolg. Seit dem 27. Mai 2014 darf sich Bokern offiziell Fliesenlegermeister nennen.

Bereits Ende 2012 macht er sich selbstständig. „Einen schlechten Ruf erarbeitet man sich zehnmal schneller als einen guten“ – nach diesem Kredo seines ehemaligen Chefs arbeitet Bokern. „Du kannst neun Mal alles richtig gemacht haben und einmal etwas falsch – die Leute merken sich den Auftrag, der schief gegangen ist.“ Seit seinem Schritt in die Selbstständigkeit arbeitet Bokern kontinuierlich an einem guten Ruf. Seit Juli 2014 gemeinsam mit einem Gesellen. „Bis jetzt gab es noch keine Beschwerden und das soll auch so bleiben“, so seine ehrgeizige Zielsetzung für jeden einzelnen Auftrag.

Am liebsten saniert Bokern alte Bäder. „Aus etwas Altem, etwas Neues machen – das ist das schöne an meinem Beruf.“ Dabei sei jede Sanierung wie ein Überraschungs-Ei: Man wisse nie, was einen unter einem Fußboden alles erwarte.

Ausgleich findet er in der Musik. Seit seinem zehnten Lebensjahr (Bokern ist Jahrgang 1986) spielt er im Kolpingorchester Dinklage Trompete, ist inzwischen im Vorstand als Beisitzer. In der Musikgruppe sei es egal, wo man herkommt oder was man beruflich macht – es komme auf den Menschen an. Da stehen Studenten neben Bankern und Handwerkern. „Das macht den Reiz des Orchesters aus.“ Außerdem dient es scheinbar als Kontaktbörse. Denn seine Frau Viktoria hat er auf den vielen Übungsabenden kennen und lieben gelernt. Inzwischen sind die Bokerns zu viert. Lena (geboren 2010) und Clara (2012) bereichern das Familienleben. „Meine Familie und vor allem meine Frau geben mir viel Kraft.“ Viktoria helfe ihm mit der Büroarbeit und erspare ihm somit zusätzlichen Stress durch Dinge wie die Buchhaltung. Auch aus diesem Grund habe er den Schritt in die Selbstständigkeit zu keinem Zeitpunkt bereut.

Bildnachweis: Timo Lutz

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Published on: 4 Dezember 2014
Posted by: ovadmin

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