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Mal expressiv, mal meditativ: Werke des Künstlers Markus Tepe können im Klostercafé besichtigt werden

Eine Ausstellung der besonderen Art lockt ab sofort in das Dinklager Klostercafé: An den Wänden der beliebten Einrichtung hängen nun neun Werke des Künstlers Markus Tepe. Der gebürtige Dinklager lebt und arbeitet mittlerweile in Dresden. Er stellte als Dauerleihgabe für die kommenden zwei Jahre drei Arbeiten auf Papier mit Aquarellfarben und sechs Malereien auf Leinwand zur Verfügung.
Ein Oberthema für die Ausstellung gibt es nicht, aber alle Werke sind landschaftlich geprägt. “Ich bin viel in der Landschaimg_2083ftsthematik unterwegs, nehme Motive, Strukturen oder Fragmente aus der Natur, die ich eigenständig ausbaue, weiter entwickle oder als Versatzstück nehme”, beschreibt der Maler. Die Werke sind sehr vielfältig, ihr Charakter ist bisweilen explosiv, aber auch meditativ. Rhythmisch bewegte Flächen wechseln sich mitunter auch im selben Werk mit ruhigen Flächen ab. So malt Tepe ein kleines Landschaftsstück vor seinem Atelier in Dresden in Grüntönen, während andere Werke sehr frei aus dem Kopf heraus entstehen. Die Farben kommen bisweilen zum Klingen und Leuchten, dafür sorgen immer wiederkehrende Wechsel von Hell- und Dunkeltönen. Zum Teil setzt Tepe Farben aber auch viel verhaltener ein, so dass der Betrachter in einem Werk durch Äste hindurch in die Tiefe hinein schaut.
Zudem zeigt ein Bild einen Baumwipfel in der Nähe Tepes Atelier mit einem Gewitterhimmel. “An tristen Tagen entstehen besondere Farben wie Kupfer, Grünspan und Grautöne”, schildert Tepe.
Bisweilen sind die Werke sehr expressiv, der Rhythmus der Farben spielt dann eine große Rolle und die verschiedenen Farben wirken wie Peitschenhiebe. Grautöne bringen dabei Grün und Blau zum Leuchten.

img_2084Wie kam es zu der besonderen Ausstellung? Nachdem es im Klostercafé damals zunächst keine Kunst gab, hingen seit 2012 Werke des verstorbenen Dinklager Malers Heinrich Hartung an den Wänden. Die Schwestern Mirjam und Johanna wollten nun für Abwechslung sorgen, kontaktierten Markus Tepe und fragten ihn, ob er im Cafe ausstellen wolle. Die Entscheidung fiel dem Dinklager leicht. Die Schwestern besuchten Tepe daraufhin in seinem Atelier in Dresden zur Auswahl der Bilder. Tepe traf eine Vorauswahl, bei der endgültigen Entscheidung für die Werke brachten sich die Schwestern intensiv ein.
Was macht für Markus Tepe die Faszination an der Malerei aus? “Man bekommt immer neue Impulse, gräbt sich immer tiefer ein, entdeckt immer wieder Neues, so dass die Faszination sich verändert”, schildert der 45-Jährige. Für Markus Tepe ist die Raumerfahrung in der Malerei zentral. “Ich kann den Raum als Größe wiederspiegeln, den Raum mit Rhythmus, Energie und Erfahrung füllen und die Dinge, Beziehungen und Verhältnisse im Raum darstellen. Da hangele ich mich entlang”, schildert der sympathische Dresdner und lächelt. img_2082

Bereits mit 16 Jahren fasste Markus Tepe den Entschluss, Künstler zu werden. Als Schüler malte er nachmittags gerne. “Ich kann Lebensdinge in der Malerei ausdrücken und Erfahrungen in Bildern sprechen lassen”, erläutert er. Die Malerei sei ein lebendiges Medium. “Man findet seine eigene Themenwelt und seinen eigenen Zugang”, erklärt Tepe. Zudem schaute er sich viel Kunst in zahlreichen Museen an. Unter anderem mit Nachkriegskunst, moderner Kunst, informeller Malerei, amerikanischer Pop-Art und Action-Painting befasste Tepe sich intensiv.
Nach dem Abitur am Gymnasium Lohne studierte er an der Kunstakademie Münster (1994 bis 1998) und anschließend an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (1999 bis 2003). Von 2003 bis 2005 war er Meisterschüler bei Professorin Ulrike Grossarth (HfBK Dresden). Seit 2006 ist er Dozent für Malerei an der Europäischen Kunstakademie Trier. Im gleichen Jahr wurde er mit dem Kulturpreis der Stadt Dinklage ausgezeichnet.
Etwa dreimal im Jahr kommt Markus Tepe zu Besuch in die Heimat. Dann freut er sich auf die Menschen, den Burgwald und die Sprache. “Zudem ist die flache Landschaft etwas Besonderes”, erklärt der Künstler. Die norddeutsche Parklandschaft habe einen eigenen Rhythmus und zeichne sich einerseits durch die Weite, andererseits durch Felder, Wiesen und Wälder aus. Er ergänzt: “Es ist erholsam, auf dem Land zu sein. Die Wege sind kurz, man kennt sich und der Umgang ist persönlich.” Zudem sei die Verbindung Ort-Burgwald-Kloster herausragend. Dinklage ist für Markus Tepe nach wie vor Heimat, die er mitunter auch vermisst. “Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust”, erklärt er. Ihm gefällt aber ebenfalls der Kontrast zwischen Stadt und Land. Daher ist es momentan für den 45-Jährigen kein Thema, den Lebensmittelpunkt dauerhaft nach Dinklage zu verlegen – auch wenn er das nicht völlig ausschließt. Doch auch wenn Markus Tepe nicht in Dinklage weilt: Durch seine Kunst ist er dauerhaft in der Heimat präsent. Interessierte können die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Klostercafés, in den Wintermonaten samstags und sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr, besichtigen. Text/Fotos: Heinrich Klöker

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Published on: 6 Dezember 2016
Posted by: ovadmin

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