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Mit Herzblut, Begeisterung und Freude: Schwester Antje malt Ikonen auf Kloster Burg Dinklage

Schwester Antje schüttet etwas Farbpulver aus dem Glas in die leere Einlage einer Toffifeepackung. Vorsichtig gibt sie aus einem anderen Glas ein wenig mit Wasser verdünntes Eigelb hinzu. Anschließend nimmt sie einen Pinsel zur Hand und rührt vorsichtig. Schwester Antje rührt Eitempera-Farbe an. Dieser Vorgang ist für sie Alltag. Denn das Mitglied der Benediktinerinnenabtei St. Scholastika auf Burg Dinklage ist Ikonenmalerin. In der Ikonenmalerei werden Heilige, Selige, Maria, Christus, Bibelszenen oder Hymnentexte wie das Glaubensbekenntnis dargestellt. img_2008
Schwester Antje hat schon immer leidenschaftlich gerne gemalt. Seit 22 Jahren malt sie nun Ikonen. Im Jahr 2000 bei der Eröffnung des Klosterladens wurde die Ikonenmalerei von einem Hobby zu einer Werkstatt aufgewertet. Schwester Antje ging daraufhin für einige Monate in ein griechisches Frauenkloster und absolvierte dort ein Intensivpraktikum in Sachen Ikonenmalerei. „Das war sehr effektiv. Ich konnte viele Fragen stellen und Fachbücher kaufen, die es hier nicht gibt“, erinnert sich die Schwester. Der Preis der Ikonen orientiert sich an der Größe und am Detailreichtum. „Das bestimmt den Zeitfaktor“, sagt Schwester Antje. Der Preis für jedes Bild wird individuell berechnet, um Vergleichbarkeit und Fairness zu garantieren.
img_2006Die Bretter für die Ikonen werden individuell von einem Schreiner angefertigt. Etwa 30 verschiedene Farben stehen der Schwester zum Malen zur Verfügung, durch das weitere Mischen von Farben untereinander werden es noch mehr. Die Eitempera-Farbe ist wie Wasserfarbe etwa nach einer Stunde getrocknet. Das Eigelb oxidiert allerdings auch noch mit dem Sauerstoff der Luft. Ein Prozess, der etwa zwei Jahre dauert. Jedoch kann rund sechs Wochen nach dem Malvorgang die Schutzschicht Harz zur Versiegelung des Bildes übergezogen werden. Etwa eine Woche vor dem Malvorgang wird das Holz zunächst mit Heißleim grundiert. „Die verschiedenen Arbeitsschritte und Wartezeiten tragen zur Haltbarkeit bei“, sagt Schwester Antje. Aus gutem Grund: Denn die Bilder stellen die Ewigkeit dar und sollen dementsprechend haltbar für die Ewigkeit gemacht werden. „Mich interessieren die alten Techniken und sie überzeugen durch große Haltbarkeit“, sagt Schwester Antje.img_2005
img_2009„Ikonen stellen Herrlichkeit und Ewigkeit dar. Ikonenmalerei ist nicht unkreativ, es ist nicht nur Abmalen. Man kann nach Regeln kreativ sein, eigene Details setzen, Akzente hineinbringen. Dafür ist Spielraum vorhanden“, erklärt Schwester Antje, was für sie Reiz und Faszination ihrer Arbeit ausmacht. Die Ikonenmalerei ist Schwester Antjes große Leidenschaft. Das spürt jeder, der mit ihr über dieses Thema spricht.
Je nach Größe des Bildes malt Schwester Antje auf dem Tisch oder an der Staffelei. Zahlreiche Pinsel benutzt Schwester Antje bei ihrer Arbeit. Diese verfügen über kurze oder lange Haare und sind zum Beispiel speziell für Übergänge, Details, Flächen oder das Mischen geeignet.
Etwa 20 Ikonen malt Schwester Antje pro Jahr. Die Anzahl hängt allerdings stark von der jeweiligen Größe der Bilder ab.
Einige Ikonen werden ohne Auftrag gemalt und über den Laden verkauft, der Großteil wird jedoch nach speziellem Auftrag individuell angefertigt und direkt verkauft. Auch als Geschenke kommen Ikonen zum Einsatz. „Zum Beispiel zu einer Hochzeit, wenn das Evangelium aus dem Traugottesdienst dargestellt wird“, sagt Schwester Antje. Dann wird gemeinsam mit dem Paar überlegt, wie das Bild aussehen kann. Als Bonus werden einige Ikonen auch für den eigenen Gebrauch der Schwestern hergestellt.

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Schwester Antje kann nach den vorgegebenen Richtlinien auch die Zeichnungen für die Ikonen anfertigen. Denn diese stellen keine Privatinspiration dar und besitzen somit kein Copyright.
Wenn Schwester Antje eine Auswahl der von ihnen gefertigten Ikonen präsentiert, bleibt dem beeindruckten Betrachter zunächst nichts anderes als Staunen. Staunen der Bewunderung. An den äußerst detailreichen Werken ist deutlich zu erkennen, über welch hohes künstlerische Talent Schwester Antje verfügt, wieviel Liebe, Begeisterung, Herzblut, Freude und Zeit sie in die Gestaltung der Ikonen investiert. Und der Aufwand lohnt sich: Denn Schwester Antjes Werke berühren und erfreuen Menschen seit vielen Jahren – und sie werden es in vielen Jahren immer noch tun. Text/Fotos: Heinrich Klöker

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Published on: 15 November 2016
Posted by: ovadmin

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