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SSG gibt hilfreiche unternehmerische Tipps: Die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)

Tobias Wewers von der Südoldenburger Steuerberatungsgesellschaft SSG ist Steuerberater, Betriebswirt und Business Coach. An dieser Stelle stellt er kleinen und größeren Unternehmern hilfreiche Tipps und wissenswerte Informationen zur Verfügung. Diesmal:

Die wichtigsten 7 Kennzahlen Ihrer betriebswirtschaftlichen Auswertung (Kurz: BWA)

1. Umsatzerlös: Gebuchte Leistungen

So viel haben Sie in diesem Monat verkauft und verbucht. Nicht gebuchte Leistungen, z. B. weil noch keine Rechnung geschrieben wurde, fließen nicht in die Umsatzerlöse. Wenn trotz viel Arbeit am Monatsende zu wenig übrig bleibt, könnte das zum Beispiel an zu viel unproduktiver Arbeit liegen, die Sie niemandem in Rechnung stellen können.

2. Rohertrag: Umsatz minus Material

Der Rohertrag ergibt sich, wenn Sie vom Umsatzerlös den Materialeinkauf abziehen. Der Rohertrag ist das Geld, dass Ihnen zur Deckung Ihrer Betriebskosten maximal zur Verfügung steht. Ist der Rohertrag zu niedrig oder sind die Betriebskosten zu hoch, wird für Sie am Monatsende nichts übrig bleiben.

3. Vorläufiges Ergebnis: Was am Ende übrig bleibt

Wenn Sie jetzt vom Rohertrag die übrigen Betriebsausgaben abziehen, erhalten Sie das vorläufige Ergebnis. Das ist der Betrag, der am Monatsende übrig geblieben ist.

Tipp: Prüfen Sie, ob alle Betriebsausgaben in der BWA enthalten sind, häufig fehlen die Abschreibungen. Andere Ausgaben fallen nicht gleichmäßig jeden Monat an. Deshalb Vorsicht: Der Wert kann von Monat zu Monat stark schwanken. Je weiter allerdings das Jahr voranschreitet, desto stärker nähert sich das kumulierte vorläufige Ergebnis dem voraussichtlichen Jahresergebnis an.

Bedenken Sie auch: Das vorläufige Ergebnis berücksichtigt keine privaten Aufwendungen, wie zum Beispiel Versicherungsbeiträge des Unternehmers oder Einkommensteuerzahlungen, auch wenn diese vom Betriebskonto geleistet wurden.

 4. Umsatzrendite: Ihr prozentualer Anteil am Umsatz

Die Umsatzrendite sagt Ihnen, wieviel Prozent vom Umsatzerlös nach Abzug von Materialeinkauf und anderen Betriebsausgaben übrig bleiben. Mit anderen Worten: So viel bleibt von jedem Euro übrig, den Sie umsetzen.

5. Wareneinsatzquote: Der Materialanteil am Umsatz

Die Wareneinsatzquote verrät Ihnen, wie viel Prozent vom Umsatz Sie für Material ausgegeben haben. Die Zahl wird vor allem durch den Vergleich mit den Werten anderer Betriebe aussagekräftig.

6. Personalaufwandsquote: Der Personalanteil am Umsatz

Sie sagt Ihnen, wie viel Prozent Ihrer Einnahmen Sie für Personalkosten ausgegeben haben. Zu den Personalkosten zählen dabei Löhne und Gehälter, der Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben einschließlich Berufsgenossenschaft. Je kleiner diese Quote im Vergleich zu anderen Betrieben ist, desto höher ist die Produktivität Ihrer Mitarbeiter im Vergleich zu den Wettbewerbern.

7. Bestandsveränderungen FE/UE: Noch nicht gebuchte Leistungen

Die Bestandsveränderungen fertiger und unfertiger Erzeugnisse sollten nicht übersehen werden. Sie erscheinen nicht zwangsläufig in der BWA, weil sie nicht mit Buchungsvorgängen verbunden sind. Trotzdem muss man sie kennen, um die übrigen Zahlen richtig einzuschätzen: Zu Bestandsänderungen kann es kommen, wenn Sie in einem Monat mehr einkaufen und vielleicht auch verarbeiten, als Sie in diesem Monat verkaufen (in Rechnung stellen). Dann steigt Ihr Materialbestand bzw. der Bestand an unfertigen oder fertigen Erzeugnissen. Das können Sie buchen und dann taucht es auch in der BWA auf, doch viele vergessen die Bestandsänderungen und unter- oder überschätzen dann ihr Ergebnis.

Foto: Timo Lutz  / Text: SSG

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Published on: 9 August 2016
Posted by: ovadmin

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