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Stephan Burwinkel erster Azubi des Fliesenlegermeisters Stephan Bokern

Eines Tages im Jahr 2014 stand der 16-jährige Stephan Burwinkel unangekündigt vor der Tür des Fliesenlegermeisters Stephan Bokern und fragte, ob er in dessen Betrieb seine Ausbildung absolvieren könne. Diese Eigeninitiative war die Basis für eine erfreuliche Premiere. Stephan Burwinkel beginnt am 1. August seine Ausbildung zum Fliesenleger und er ist damit der erste Auszubildende überhaupt in der noch sehr jungen Betriebsgeschichte des Fliesenlegers Stephan Bokern. Der neue Azubi ist Dinklager und hat soeben die neunte Klasse mit dem Hauptschulabschluss beendet.  Während eines Praktikums in einem anderen Betrieb und des Probearbeitens bei Stephan Bokern, welches sich in den vergangenen Herbstferien an die persönliche Vorstellung anschloss, bemerkte Burwinkel, dass dieser Beruf der Richtige für ihn ist. „Es macht mir einfach Spaß“, sagt der Jugendliche, der in seiner Freizeit gern Fußball spielt und sich bei den Pfadfindern engagiert. Und auch seinen neuen Chef konnte er überzeugen. Er lobt: „Stephan ist zuverlässig, nett, ruhig, sehr umgänglich und arbeitet sehr sorgfältig. Er erledigt seine Aufgaben mit Verstand, so dass ich nicht mehr nacharbeiten muss.“ Die Schnelligkeit komme von ganz alleine, ist der Meister überzeugt. Eine dreijährige Ausbildung, die mit der Gesellenprüfung abschließt,  liegt nun vor Burwinkel. Im zweiten Lehrjahr steht die Zwischenprüfung an. Neben der Arbeit im Betrieb stehen für den 16-Jährigen Berufsschule im Blockunterricht in Oldenburg und überbetriebliche Lehrgänge in der Nähe von Bad Zwischenahn auf dem Programm. Dabei wird der Heranwachsende seine Kenntnisse unter anderem in Mathematik, Gestaltung, Baustoffkunde, Bauchemie oder Zeichnen weiter ausbauen. Im ersten Lehrjahr ist der schulische Anteil recht hoch und wird dann allmählich reduziert.

Fliesenleger ist ein sehr vielseitiger Beruf, schildert Bokern. Heute spielten zum Beispiel altersgerechte Sanierungen eine große Rolle. Zu den Tätigkeiten würden verputzen, mauern und Fliesen legen gehören. Ferner würden die Aufgaben viele Bereiche abdecken und seien drinnen und draußen zu erledigen.  Von Treppe bis Terrasse ist alles dabei. „Es ist nicht monoton. Jeder Auftrag ist anders, man kann mitgestalten und sieht am Ende des Tages, was man geschafft hat“, beschreibt der Langweger. Die Fliesen und Formate ändern sich zwar, aber eines bleibt gleich: Fliesen legen ist ein reelles Handwerk. Arbeit per Hand ist nötig, sie kann nicht maschinell oder per Knopfdruck erledigt werden. „Dennoch ist es schwer, Lehrlinge und Gesellen zu finden“, sagt der Vater zweier Töchter und erklärt: „Man macht sich dabei die Hände dreckig und körperlich ist es auch nicht einfach. Das wollen viele nicht mehr.“ Umso mehr freut er sich über die Verstärkung des Teams. Anfang 2013 machte der 29-Jährige sich selbstständig. Neben seiner Ehefrau Viktoria, die sich um die Büroarbeiten kümmert, gehört seit vergangenem Jahr noch ein Geselle zum Betrieb. Die Suche nach einem weiteren Gesellen läuft. Nun macht zunächst Stephan Burwinkel aus dem Trio ein Quartett. „Wir sind eine kleine, junge Firma. Wie eine Familie. Ein gutes Klima ist uns allen wichtig“, schildert Viktoria Bokern. Um als Fliesenleger arbeiten zu können, sind einige Voraussetzungen notwendig: Neben Vorstellungsvermögen, räumlichem Denken, körperlicher Fitness und handwerklichem Geschick ist ein guter Umgang mit Menschen wichtig. Das alles bringt Stephan Burwinkel mit. Er sieht der Lehre sehr entspannt und ohne Nervosität entgegen. „Ich freue mich, endlich zu arbeiten und Geld zu verdienen“, sagt der Hobby-Fußballer mit einem Lächeln. Sein neuer Chef freut sich, einem jungen Menschen das anspruchsvolle Fliesenleger-Handwerk nahe zu bringen, und sieht der Zusammenarbeit positiv entgegen. „Ich finde es zudem schön, dass junge Menschen noch die alten Berufe des Handwerks erlernen“, ergänzt Viktoria Bokern. Text/Foto: Heinrich Klöker

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Published on: 3 August 2015
Posted by: ovadmin

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