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Der 400.000-Mark-Mann

Wie ist der Geschäftsführer, der selbstständige Handwerker oder die Ladenbesitzerin eigentlich privat? Wo kommt er oder sie her? Warum hat er oder sie gerade diesen Beruf ergriffen? Wir gucken regelmäßig hinter die Kulissen und stellen die Dinklager Geschäftswelt und deren Protagonisten vor. Weiter geht es heute mit Rasim Suksur von der AXA-Versicherung.

Fortuna Düsseldorf, Galatasaray Istanbul und Alemannia Aachen – Rasim Suksur ist in seiner Zeit als Fußballprofi viel herum gekommen, hat viel von der Welt gesehen. Als seine Heimat bezeichnet er heute jedoch das Oldenburger Münsterland, genauer gesagt Dinklage. Hier fühlt er sich mit seiner Frau und seinen beiden Kindern „pudelwohl“, wie er selbst sagt. Und er ist zufrieden mit seinem Job als Versicherungskaufmann. Leitet die AXA-Niederlassung am Markt 2. „Ich habe gern Kontakt zu Menschen, dass ist einem Beruf natürlich das A und O.“

Die klassische Ausbildung der Versicherungsbranche hat Suksur quasi erst auf dem zweiten Bildungsweg absolviert. Zunächst war der Fußballplatz sein Arbeitsplatz. Geboren in Düsseldorf, kam der Deutsche mit türkischen Wurzeln mit zwölf Jahren zum Fußball. „Der TSV Eller 04 war mein erster Verein. Das ist ein Stadtteil von Düsseldorf“, erinnert sich Suksur. In der D-Jugend macht der junge talentierte Abwehrspieler auf sich aufmerksam. Der Traditionsverein Fortuna Düsseldorf klopft an. „Von der C-Jugend bis zu A-Jugend habe ich dann bei der Fortuna gespielt.“ Nicht ganz unerfolgreich: Zweimal wird Suksur in dieser Zeit Westdeutscher Meister. Berufungen in die Niederrheinauswahl folgen. Als 19-Jähriger gewinnt er mit dieser Auswahl den Länderpokal und darf zur Belohnung mit seinen Mannschaftskameraden an einem internationalen Turnier in Chicago teilnehmen. „Da haben wir gegen die Jugendauswahlen aus Mexiko und den USA sowie einer Stadtauswahl von Chicago gespielt. Und gewonnen.“ Zu seinen Mannschaftkameraden zählen der Torhüter Simon Jentzsch (später u.a. VfL Wolfsburg und FC Augsburg), Thomas Cichon (u.a. 1. FC Köln und VfL Osnabrück) und Mustafa Dogan (u.a. Bayer Uerdingen und Fenerbahce Istanbul).

Als Profi von Düsseldorf nach Istanbul

In der Saison 1995/1996 gab es dann den ersten Profivertrag bei Fortuna Düsseldorf. „In dieser Saison sind wir gerade aus der zweiten Liga in die Bundesliga aufgestiegen.“ Ein Bundesligaspiel blieb Suksur vergönnt, er bekam vornehmlich Einsätze in der Oberliga bei der zweiten Mannschaft. Im Alter von 20 Jahren kam dann das Angebot aus der Türkei. Der Vorzeigeclub Galatasaray Istanbul verpflichtete Suksur für 400.000 DM. Plötzlich sah er sich neben Weltstars wie Gheorghe Hagi und Hakan Sükür auf dem Platz. „Der Wechsel kam allerdings viel zu früh. Ich wollte den Durchbruch schaffen und das war im Nachhinein ein Fehler“, weiß Suksur heute. Er kam in Istanbul nicht zurecht, wollte nach einem halben Jahr wieder in die Heimat. „Und die ist ganz klar Deutschland. Hier bin ich geboren.“

Alemannia Aachen zahlte die Ablöse und Suksur ging in der dritten Liga, damals noch Regionalliga, auf Punktejagd. „In der ersten Saison habe ich 25 Spiele gemacht und wir sind sogar aufgestiegen.“ Eine Verletzung in der Vorbereitung zur neuen Spielzeit und kein gutes Standing beim neuen Trainer haben weitere Einsätze für die Alemannia verhindert. Es folgten weitere Stationen in Wilhelmshaven und Bonn, bevor Suksur seine Karriere im Alter von 28 Jahren beim VfB Oldenburg beendete. „Das war 2004.“ Während der Karriere als Fußballer hat er sich bereits weitergebildet und durfte sich staatlich geprüfter Betriebswirt nennen. Von 2004 bis 2007 folgte eine Umschulung zum Versicherungskaufmann bei der Allianz in Damme. „So sind wir in die Region gekommen.“ Seit 2007 ist Suksur nun selbstständig. Das AXA-Büro in Dinklage besteht seit 2010. Und seit Januar 2014 wohnt er mit seiner Familie auch in Dinklage.

Die Zeit als Fußballprofi möchte er genauso wenig missen, wie seinen jetzigen Job. „Bei beidem braucht man vor allem Disziplin, das habe ich gelernt.“ Man müsse immer sein komplettes Können abrufen und das tue er Tag für Tag. Fußball gehört auch heute noch seinem Leben. „Allerdings nur noch vom Fernseher aus.“

Text/Foto: Michael Hahn

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Published on: 25 Februar 2015
Posted by: ovadmin

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