Die Benediktinerinnen-Abtei St. Scholastika gibt ein Buch über die Geschichte der Burg Dinklage heraus

„Manche Spuren sind klein und fast unsichtbar, andere prägend und eindrucksvoll.“ Ein Satz von der ersten Seite des neuen Buches über die Burg Dinklage, das dort offiziell vorgestellt worden ist. Geschrieben hat diesen Satz Schwester Ulrike Soegtrop aus der Benediktinerinnen-Abtei St. Scholastika. Diese gibt das Buch mit dem Titel „Burg Dinklage – Geschichte und Geschichten“ zum 70. Jahrestag des Einzugs der Ordensschwestern am 8. Juni 1949 heraus. Auf 106 Seiten, gefüllt mit aktuellen und historischen Fotos, Karten und Zeitdokumenten, geht es auf die Suche nach den Spuren, die in mehr als 800 Jahre auf und an der Burg hinterlassen worden sind.
Äbtissin Franziska Lukas ließ in ihrer Ansprache vor rund 100 Besucherinnen und Besuchern die vergangenen 100 Jahre Revue passieren. „Damals haben sich die Schwestern aufgemacht und ihren Weg erkämpft“, sagte sie und verwies auf die Frauen, die damals den Grundstein dafür legten, dass heute die Benediktinerinnen in Dinklage zuhause sind. Eine, die schon beim Einzug vor 70 Jahren dabei war, ist Schwester Magdalena. Sie verfolgte die Feierstunde von einem Fensterplatz aus und winkte den Gästen zu. Zudem las Äbtissin Lukas ein paar Zeilen aus dem Buch vor – „um sie neugierig zu machen“, wie sie sagte.
Das Buch ist dabei aufgeteilt in fünf Abschnitte. Im ersten Teil, dem „Ausgangspunkt“, geht es um die „Spurensucher“ – die Menschen, die heute, aber auch im Laufe der vorigen Jahrhunderte Spuren entdeckt, gesammelt und zusammengetragen haben.
Auch die Spuren der Nonnen, die am 8. Juni 1949 die Gründung der heutigen Abtei St. Scholastika in den Dinklager Burgwald geführt hat. Sie „sehen es als ihre Aufgabe, den Geist des Mutes und des Gebetes (…) mit allen Menschen zu teilen, die Gott suchen“.
Der zweite Abschnitt handelt von der „benediktinischen Ära“, deren Anfänge in einer übersichtlichen Zeittafel aufgeführt sind. Außerdem beschreibt die Autorin anschaulich das tägliche von Gebet und Arbeit geprägte Leben hinter den Klostermauern. Auch die Fotos des Vechtaer Fotografen Matthias Niehues illustrieren den Klosteralltag. „Von Anfang an“ ist die Überschrift für das erste Kapitel des nachfolgenden Abschnitts „Ära von Dincklage“. In These und Gegenthese ist dort aufgeführt, welche Schlüsse die wenigen verlässlichen Quellen aus den frühen Jahren der Burggeschichte zulassen und welche eben nicht. Wer hier weiterliest, lernt mehr über Ferdinandsburg, Johannesburg, Herbortsburg und Dietrichsburg – und über das „Schicksalsjahr 1372“.
Der „Ära von Galen“ widmet sich der vierte Abschnitt. Der Erinnerung an die Anfänge unter „Stammvater Heinrich“ folgt selbstverständlich auch die Geschichte des berühmtesten Sohnes des Hauses, Clemens August Kardinal Graf von Galen, und seiner Zeit auf der Burg.
Zurück in die Gegenwart führt dann das abschließende Kapitel „Burgkosmos“. Es gibt Einblick in die Organisation des benediktinischen Ordens mit weltweit rund 20  000 Brüdern und Schwestern. 22 von ihnen leben derzeit auf Burg Dinklage.
Info: Das Buch „Burg Dinklage – Geschichte und Geschichten“ ist in allen Buchhandlungen im Oldenburger Münsterland sowie bei der OV für 14,90 Euro erhältlich. Text/Fotos: Torben Siemer

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Published on: 15 Juni 2019
Posted by: ovadmin

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