Dinklage bekommt ein Jugendparlament

Dinklager Jugendliche können ab dem kommenden Jahr in der Kommunalpolitik mitmischen und Vorschläge machen, welche Themen in der Stadt am Burgwald angepackt werden sollten. Der Rat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, dass zum 1. November 2021 ein Jugendparlament (JuPa) eingerichtet wird.

Dieses Votum war nach den einstimmigen Empfehlungen im zuständigen Arbeitskreis und im Fachausschuss keine Überraschung mehr. Doch die Vertreter aller Fraktionen freuten sich, dass das JuPa nun fest installiert ist – weil Partei übergreifend unkompliziert und schnell die Thematik angeschoben worden sei.

Die zuständige Medienberaterin Dorothea Stania habe „frischen Wind“ und gute Ideen gehabt. Die waren in einem Arbeitskreis diskutiert worden. Angeregt hatte das Thema Anfang des Jahres die SPD-Fraktion. Die Sozialdemokraten hätten ein entsprechendes Gremium schon vor zwei Jahrzehnten gefordert, blickte Udo Quaschigroch zurück. Der 61-Jährige ist fest davon überzeugt, dass das JuPa „ein Sprachrohr“ für die Jugendlichen werden wird. Dass die Jugendlichen sagen werden, was ihnen am Herzen liegt. Udo Quaschigroch findet: Wenn Jugendliche früh Verantwortung übernehmen, profitiere davon später die Kommunalpolitik. Der SPD-Mann blickt zum einen auf die Gemeinde Goldenstedt, wo zwei frühere JuPaMitglieder jetzt im Gemeinderat Ausschuss-Vorsitzende sind.

Und Quaschigroch blickt auch auf sich selbst: Er war früh Klassen- und Schulsprecher, was ihm für seine kommunalpolitische Arbeit sicherlich geholfen habe, findet der Dinklager. CDU-Vertreter Tim Dorniak lobte, dass alle Ratsvertreter hinter der Entscheidung stehen. Er ist überzeugt: Das JuPa sei „der richtige“ Weg, um Jugendliche einzubinden. Schließlich hätten die Gemeinden Goldenstedt und Lastrup damit gute Erfahrungen gemacht. Für Florian Hinxlage vom Bürgerforum ist das Jugendparlament ein „Paradebeispiel für gute Kommunalpolitik“. Das Gremium werde die Stadt bereichern.

Hauptamtsleiter Alfons Echtermann, wie die Auszubildende Alina Abeln Mitglied im Arbeitskreis, findet das JuPa „eine gute Sache“. Dass die Jugendlichen diverse Themen bewegen, habe auch das politische Speed-Dating vor einiger Zeit gezeigt, sagte Bürgermeister Frank Bittner.

Wie geht es nun weiter? Wie Details wie die Wahlordnung, die Geschäftsordnung und die finanzielle Ausstattung (siehe Fakten) aussehen sollen, das wird weiter im Arbeitskreis besprochen. Eine Satzung ist dann vom Rat in der Dezember-Sitzung zu beschließen. Ab dem Frühjahr 2021 sollen die Jugendlichen aktiv informiert und angesprochen werden.

Fakten:

Wie soll das JuPa funktionieren?
Das Jugendparlament soll über 15 Sitze verfügen. In einer Bewerbungsphase können Interessenten sich aufstellen lassen. Die Wahl könnte dann mit einer anderen Wahl verbunden werden – etwa der Kommunalwahl im September 2021. Es ist aber kein Muss, wie Amtsleiter Alfons Echtermann erklärte.

Welche Aufgaben hat das JuPa?
Es soll das „Sprachrohr der Kinder und Jugendlichen“ sein, wie es die zuständige Medienberaterin Dorothea Stania formuliert. Dazu gehört die Spielplatz- und Freizeitgestaltung in der Stadt, aber auch die Beratung der Kommunalpolitiker bei entsprechenden Themen. Daneben soll das JuPa Veranstaltungen organisieren, also Öffentlichkeitsarbeit betreiben.

Welche Rechte und Pflichten hat das JuPa?

Die Mitglieder sollen an Stadtrat- und Kreistagssitzungen teilnehmen können. Auch soll dem JuPa ein eigenes Budget zur freien Verfügung stehen. Pflicht ist es, sich regelmäßig zu treffen und das Ehrenamt für mindestens zwei Jahre aktiv auszuführen. Text: Frederik Böckmann (Oldenburgische Volkszeitung)

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Published on: 9 Oktober
Posted by: Marlene Wegmann

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