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Er kümmert sich um das bestmögliche Sehen: Mark Schumacher im Porträt

Wie ist der Geschäftsführer, der selbstständige Handwerker oder die Ladenbesitzerin eigentlich privat? Wo kommt er oder sie her? Warum hat er oder sie gerade diesen Beruf ergriffen? Wir gucken regelmäßig hinter die Kulissen und stellen die Dinklager Geschäftswelt und deren Protagonisten vor. Weiter geht es heute mit Mark Schumacher von Optik/Uhren/Schmuck Schumacher.

Mark Schumacher ist ein waschechter Dinklager. Das Licht der Welt erblickte der 37-Jährige im Dinklager Krankenhaus, wuchs in der Stadt am Burgwald auf und ist dieser bis heute treu geblieben. Nicht ohne Grund „Auch wenn Dinklage seit fast 22 Jahren Stadt ist, lebt es sich erfreulicherweise eher wie in einem Städtchen. Alles ist noch überschaubar geblieben, die meisten Gesichter bekannt, die Wege kurz und man kann noch Ruhe genießen. In Dinklage lebt und arbeitet man zum Glück noch miteinander und bewegt sich nicht in der Anonymität einer großen Stadt. Wohlfühlfaktor pur eben“, erklärt er.

An seine Kindheit hat Mark Schumacher sehr positive Erinnerungen: „Laufen lernen und die ersten Tennisbälle schlagen durfte ich mitten in Dinklage am Geschäft und der Wohnung meiner Eltern. Mit dem Kirchplatz um die Kirche St. Catharina in Dinklage hatte ich wohl den größten Spielplatz aller Kinder.“   

„Von der Grundschule Kardinal-von-Galen in Dinklage, welche quasi gleich um die Ecke lag, fuhr ab der 5. Klasse der Schulbus für mich nach Vechta“, erinnert er sich. Nach dem Abitur am Kolleg St. Thomas im Jahr 2000 rief für Mark Schumacher der Zivildienst im Lohner Krankenhaus. 2001 begann das Studium für Augenoptik an der Fachhochschule in Wolfsburg, im Rahmen dessen ihm die Ausbildung zum Augenoptiker in Hankensbüttel glückte. Während diverser Praktikumszeiten verschlug es ihn unter anderem nach Berlin in die Beratungsstelle für Sehbehinderte in Reinickendorf. Seine Diplomarbeit schrieb Mark Schumacher im Herbst 2006 an der Universität in Karlsruhe. Seit 2007 ist er als Diplom-Ingenieur (FH) Augenoptik in Dinklage im Familienbetrieb seiner Eltern tätig. „Im März 2009 gründeten wir unsere Filiale für Augenoptik in Holdorf, welche ich fünf Jahre lang leitete. Seit dem Umbau unseres Hauptgeschäftes in Dinklage im Frühjahr 2011 bin ich wieder überwiegend hier tätig, ohne die Filiale in Holdorf aus den Augen zu verlieren“, erklärt Mark Schumacher

Als Augenoptiker kümmert Mark Schumacher sich vorrangig um das bestmögliche Sehen seiner  Kunden. „Neben der ausführlichen Brillenglasbestimmung erfolgt mit dem Kunden eine gemeinsame Auswahl der richtigen Brillengläser. Zudem berate ich auf der Suche nach einer modischen Brillenfassung. Hier geht es natürlich um die aktuellen Trends, Formen und Farben“, erklärt der Dinklager. Und weiter: „Unser Sortiment setzt sich aber auch aus zum Teil sehr technisch innovativen Brillenfassungen zusammen, welche es zu erklären gilt. Alternativ zur Brille zeige ich Kunden die Vorzüge von Kontaktlinsen. Sorgen weder die Brille noch Kontaktlinse für scharfes Sehen, teste ich Lupen oder elektronische Vergrößerungshilfen mit dem Kunden. Zu guter Letzt stehen verschiedene Arbeiten in der eigenen Werkstatt an, wie zum Beispiel die Montage der Brillengläser in die vom Kunden ausgewählte Brillenfassung.“

Mark Schumacher findet großen Gefallen an seinem Job. „Es ist schön, den direkten Kontakt zum Kunden zu haben. Im Gespräch mit dem Kunden geht es natürlich immer um sein grundlegendes Anliegen, die Brille oder Kontaktlinse, aber man kann auch links und rechts vom Beratungsgespräch etwas über Gott und die Welt reden. Da lockert der Kundenkontakt meinen Arbeitstag ungemein auf. Am meisten gefällt es mir jedoch, den Kunden für eine Brille zu begeistern. Zugegebenermaßen schwelgen nicht alle Kunden in Euphorie, gerade wenn sie die erste Brille bekommen. Doch zeigt man ihnen, dass zum Beispiel Brillenfassungen heute bereits im innovativen 3-D-Druckverfahren hergestellt werden und dass Brillengläser, die von außen irgendwie alle gleich aussehen, ein optisch extrem unterschiedliches Leistungsvermögen haben, wird vielen zumindest klar, weshalb eine preiswerte Brille eben auch deutlich weniger kann und selten eine so perfekte Lösung für ihr Sehen ist.“ 

Was gefällt ihm an der Selbstständigkeit? „Die Entscheidung selber zu bestimmen, welche Produkte oder Marken man in seinem Geschäft anbietet, macht es einem einfacher hinter dem zu stehen was man verkauft. Dazu gehört natürlich auch die permanente Suche nach dem nächsten Trend, bevor dieser bereits in vollem Gange ist. Neben meinem erlernten Beruf des Augenoptikers schaue ich mich die letzten Jahre auch vermehrt nach Neuheiten für unseren Bereich mit Uhren und Schmuck um. Gutes Beispiel ist hier die Marke Paul Hewitt, welche wir jetzt im dritten Jahr erfolgreich führen. Ein auch für uns und die Uhrenbranche spannendes Thema wird weiterhin die Smartwatch bleiben. Mit Garmin konnten wir hier eine absolute Top-Marke, welche sehr selektiv vertrieben wird, nach Dinklage holen. Dies umzusetzen macht mir große Freude.“   

Mark Schumacher erklärt, warum er den Einstieg in das elterliche Geschäft wagte: „Da ich als Kind auf allen Baustellen Dinklages zu finden war, um den Baumaschinen zuzusehen, wie unter anderem Häuser abgerissen wurden, bin ich auf Grund meiner auch heute noch anhaltenden Begeisterung für Baustellen selber erstaunt, dass ich nicht Herrscher über einen Abrissbagger geworden bin. Im Grunde habe ich mich für den Studiengang Augenoptik angemeldet und im Laufe der Ausbildung viel Gefallen an dem Beruf gefunden. Vermutlich auch wegen dem geforderten handwerklichen Geschick in der Werkstatt und den vielen hochtechnischen Möglichkeiten im Bereich der Vermessung der Augen und den computergestützten Beratungsmöglichkeiten dem Kunden gegenüber. Somit war der Einstieg ins elterliche Unternehmen der logische nächste Schritt.“

Mit dem Blick auf die Entwicklung kleinerer Orte ist Mark Schumachers Wunsch, die beiden Geschäfte in Dinklage und Holdorf für die Zeit seiner Berufstätigkeit weiterführen zu können. Er sagt: „Hier sind wir natürlich gefordert, ein zeitgemäßes Angebot und einen außerordentlichen Kundenservice zu bieten.Letztlich liegt es natürlich aber auch an jedem einzelnen Kunden, ob er sich für das Angebot am Ort entscheidet und somit selber dazu beiträgt, wie attraktiv Dinklage bleibt. “

Mark Schumacher bezeichnet sich selbst als Optimisten, wodurch er seine Tage überwiegend gut gelaunt verbringt. „Deshalb gehören ein flotter Spruch und das Lachen immer zu mir. „Nein“ sagen fällt mir immer schwer, jemandem eine Bitte oder einen Gefallen abzuschlagen ist nicht mein Fall“, erklärt der Augenoptiker und ergänzt:  „Leider gehört auch ein Stück weit die Bequemlichkeit zu mir, so dass im Privaten das eine oder andere auch mal länger liegenbleibt. Erledigt wird aber grundsätzlich alles, irgendwann.“

In seiner Freizeit verbringt Mark Schumacher sehr gerne Zeit mit seiner Freundin. Generell ist er kaum zu Hause. „Gleich ob vor der Haustür, wie zum Beispiel dem Dinkloager Dag, den Fußballspielen des TV Dinklage, guten Restaurants der Region oder auf dem Stoppelmarkt findet man mich auch auf einem Konzert in Berlin, im Musical in Hamburg, beim Fußballspiel in München oder bei einer Städtereise nach Düsseldorf.  Natürlich immer mit Freunden oder Bekannten, unter Menschen bin ich am besten aufgehoben.“

Mark Schumacher spielt über 20 Jahre Tennis. Seit zehn Jahren gehört dem Männergesangverein Dinklage an und singt dort im 1. Bass. „Eine Runde, mit der ich gerne auch außerhalb des Probenraumes Zeit verbringe.“ Ferner spielt er beim TV Dinklage Floorball (Hallenhockey).  „Hier hat sich über die Jahre aus einem mehr als bunten Haufen eine absolut außergewöhnliche Mannschaft gebildet. Die Erfolge der letzten Saison sprechen da für sich, die Erlebnisse nach dem Schlusspfiff sowieso.“

Zudem ist der Augenoptiker Gründungsmitglied des Fanclubs Bayern-Burg Dinklage. Als Schriftführer plant er unter anderem die Fahrten zu den Auswärtsspielen. Der Eintritt beim FC Bayern München erfolgte dann nach dem verlorenen „Finale dahoam“ 2012. Desweiteren ist der sympathische Dinklager im erweiterten Vorstand des örtlichen Handels- und Gewerbevereines, der Dinklager Bürgeraktion, tätig. Er erläutert seine Tätigkeit dort: „Ziel der Dinklager Bürgeraktion ist es, Wirtschaft und Handel im Ort zu fördern und durch geplante Veranstaltungen die Attraktivität Dinklages immer weiter zu verbessern. Ich selber gehöre zum erweiterten Vorstand. Hier geht es darum, dem hauptamtlichen Vorstand Aufgaben abzunehmen. So organisiere ich zum Beispiel den alljährlichen Neujahrsempfang der Dinklager Gewerbetreibenden. In einem gesondert gegründeten Arbeitskreis, zwecks Planung der Dinklager Gewerbeschau Anfang September 2018, kümmere ich mich um die Kontakte zu den Veranstaltern eines geplanten Streetfood-Festivals.“    

Für die Zukunft hat Mark Schumacher noch einige Träume. „Träume sollte es immer geben, wer keine Träume mehr hat, dem fehlen definitiv Ziele, die einen im Leben antreiben. Reisen nach Asien und Südafrika sind weit vorne dabei. Die Übernachtung in einem Eishotel gehört ebenso dazu wie die Nordlichter beziehungsweise das Meeresleuchten, beides sind Phänomene, die ich gerne live erleben würde“, beschreibt er.

Was verbindet Mark Schumacher mit der Stadt Dinklage? „Dinklage ist zu allererst natürlich meine Heimat, mein Lebensmittelpunkt sowohl im Beruf wie auch im Privaten. Aus der Ferne unübersehbar ist ohne Frage unsere Kirche St. Catharina ein Wahrzeichen unserer Stadt. Und auch wenn unser altes Rathaus wohl mittelfristig ausgedient hat, ist es für mich immer wieder ein Blickfang zwischen den ganzen modernen Gebäuden. Dazu gehört natürlich auch unsere Schweger Mühle nebst den sich anschließenden Fachwerksiedlungen und der Burgwald mit dem Kloster Burg Dinklage. Und da ich es gerne süß mag, muss ich im Zusammenhang mit Dinklage unbedingt unser Eiscafe Venezia mit dem weltbesten Eis und den für mich im ganzen Landkreis einzigartigen kleinen Süßwarenladen von Monika Rauf nennen, der uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt.“  

Was wünscht Mark Schumacher sich für die Zukunft? „Zeit ist im heutigen Leben sicher das Wichtigste. Man ist häufig zu sehr getrieben vom Alltag und vermeintlichen Pflichten, die die Zeit gefühlt zwischen den Fingern verrinnen lassen. Deshalb hoffe ich auf mehr freie Zeit, für mich und das Zusammenleben mit den Menschen um mich herum.“ Zudem wünscht er sich, „dass sowohl ich als auch alle anderen Menschen in Deutschland wieder lernen, alltägliche Dinge mehr wertzuschätzen, die inzwischen zum normalen Lebensstandard in Deutschland gehören und als nichts Besonderes mehr wahrgenommen werden, damit eine größere Zufriedenheit herrscht und sich die Stimmung in unserem Land verbessert.“

Mit diesen Wünschen schaut Mark Schumacher seinem Naturell entsprechend optimistisch und mit guter Laune auf seine weitere Zukunft in Dinklage und der Region. Text/Foto: Heinrich Klöker

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Published on: 24 Juni
Posted by: ovadmin

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