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Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft bei Holzbau Brockhaus / Viele klare Worte

Was er von Politik und Bürokratie hält, machte am Samstag bei Holzbau Brockhaus in Dinklage Kreishandwerksmeister Andreas Theilen (links) beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft deutlich. Manch öffentliche Ausschreibung umfasse 50 Seiten Vorgaben. Die eigentliche Leistungsbeschreibung sei dann nur zwei Seiten lang. „Das steht in keinem Verhältnis zum Auftragswert“, beklagte Theilen bei seiner Ansprache. Das Handwerk werde zudem durch „unnötige Bürokratie und unzählige Vorschriften“ belastet. Auch der Dieselskandal sei schädlich für die Betriebe gewesen. Der Diesel sei für die Betriebe ohne Alternative. Er kritisierte hier die Tatenlosigkeit der Bundespolitik. Das sei der eigentliche Skandal, sagte Theilen. Zugleich sprach er Bundeskanzlerin Merkel direkt an und drohte mit einem Stillstand der Betriebe. „Das Handwerk braucht keine gelben Westen“, sagte er. Es bräuchten nur alle Betriebe zur gleichen Zeit 14 Tage lang die Arbeit niederlegen.
Theilen stellte auch die Situation des Handwerks im Landkreis Vechta dar. Bei der Zahl der Betriebe stehe die Region landesweit weit vorn. „Um Aufträge mussten wir uns im letzten Jahr keine Sorgen machen“, bestätigte er. Vielmehr hätten lukrative Aufträge abgesagt werden müssen. Aber Theilen macht sich Sorgen um den Nachwuchs. „Das Handwerk muss wieder die Anerkennung erfahren, die ihm zusteht“, mahnte er.
Wie man Nachwuchs gewinnen kann, machte Zimmermann und Schauspieler Richard Betz (rechts) mit seiner Aufführung eines Theaterstücks deutlich, das er sonst vor Jugendlichen aufführt. Er zeigte eindrucksvoll, dass der Weg zum handwerklichen Beruf vielfältig und sehr erfüllend sein kann. „Finde dich heraus und du findest dich selbst“, rät er jungen Menschen.
Auf die Ausbildung kam auch Manfred Kurmann, Präsident der Handwerkskammer Oldenburg, in seinem Grußwort zu sprechen. Demnach gibt es Probleme bei der schulischen Ausbildung von Flüchtlingen. Hier gelte es Lösungen zu finden. Dies sei auch vor über 20 Jahren beim Zuzug von Menschen aus Osteuropa gelungen. Diese Handwerker „möchte heute keiner mehr ziehen lassen“, sagte er. Jetzt gehe es darum, den damaligen Erfolg zu wiederholen. Kurmann lobte die starke Ausprägung Südoldenburgs im Bauhandwerk. Gerade der Holzbau sei sehr stark. Deshalb begrüße er es auch, dass der Neujahrsempfang in der Halle des Holzbauunternehmens Brockhaus ausgerichtet werde.


Geschäftsführer André Brockhaus stellte zuvor die Holzbau Brockhaus GmbH vor. Das Unternehmen, das erst jüngst den zweiten Platz beim Niedersächsischen Holzbaupreis erringen konnte, wurde demnach vor 50 Jahren von seinen Eltern Alfred und Elisabeth Brockhaus gegründet. Der Betrieb hat sich zu einem der größten in Niedersachsen entwickelt und beschäftigt 35 Mitarbeiter. Das Unternehmen fertigt passgenauen Holzrahmenbau mit einer Hundegger Abundanlage und mit einer Weinmann Multifunktionsbrücke. Brockhaus bietet zudem Ingenieur-Holzbau, Fassadenbau und Innenausbau. Auf Wunsch wird auch schlüsselfertig gebaut. Das Unternehmen erstellt Wohnraumaufstockungen für ganze Straßenzüge und baut auch Kindergärten und Schulen. Laut André Brockhaus ist Holzrahmenbau ideal geeignet, um bezahlbaren Wohnraum zu realisieren. Der Holzrahmenbauanteil in Niedersachsen betrage aber nur 3,2 Prozent, der in Baden Württemberg dagegen stolze 35 Prozent. „Im Oldenburger Münsterland gibt es sehr gute Zimmereien“, betonte Brockhaus. Er forderte hiesige Kommunen auf, sich für den Holzrahmenbau zu öffnen. Text/großes Foto: M. Niehues

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Published on: 22 Januar
Posted by: ovadmin

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