Warum wird eigentlich ein Sarg aus Holz für Feuerbestattung benutzt?

Oft bekommen wir die Frage, warum es denn für Verbrennungen in Krematorien unbedingt ein Sarg aus Holz sein muss. „Der wird doch schließlich verbrannt. Das ist doch nicht gerade sehr nachhaltig“, bekommt man dann zu hören. Doch wir haben in Deutschland eine Sargpflicht, auch bei Feuerbestattungen. Das bedeutet, dass jeder Verstorbene, der kremiert werden soll, in einen Holzsarg gebettet wird und mit diesem verbrannt wird.

Die Angelegenheiten des Bestattungs- und Friedhofswesens werden tatsächlich auf Länderebene im sogenannten Bestattungsgesetz geregelt. Erst vor Kurzem wurde die üblicherweise darin enthaltene Sargpflicht von den meisten Bundesländern tatsächlich gestrichen. Grund hierfür waren die Bemühungen muslimischer Mitbürger, eine für sie traditionelle Bestattung in einem Leichentuch zu ermöglichen. Ungeachtet dieser Gesetzeslockerung sind weitere Ausnahmen aber nicht geplant. Überdies lassen die Vorgaben der Emissionswerte für Krematorien (VDI-Richtlinie 3891) und die Verordnung über Anlagen zur Feuerbestattung des Bundes (27. BlmSchV), neben dem Holzsarg in der Tat keine alternativen Verbrennungsbehältnisse für einen Leichnam zu.

Warum der Sarg unbedingt aus Holz sein muss, liegt auch an der Beschaffenheit unserer Krematorien. Die meisten Krematorien arbeiten mit mehrstöckigen Öfen, wo der Verstorbene mehrere Verbrennungsstufen durchlaufen muss, damit gewährleistet werden kann, dass auch alles ordnungsgemäß verbrannt wurde. Damit diese Öfen funktionieren, brauchen sie den Brennwert des Holzes und auch die Zeit, die das Holz braucht, um komplett zu verbrennen – um so den Ofen auf die exakte Temperatur zu bringen. Dafür können keine Särge aus Pappe verwendet werden. In anderen Ländern gibt es auch einfache Kremierungsöfen, wo das hingegen möglich ist. Die mehrgeschossigen Öfen sind jedoch viel nachhaltiger und energieeffizienter.

Die Verbrennungssärge sind einfache, rohe Holzsärge ohne besondere Verzierungen oder Griffe, da die Griffe vor der Kremierung eh wieder entfernt werden müssten. Darum sind sie auch deutlich preiswerter als die Särge für Erdbestattungen.

Damit solche Särge jedoch nicht völlig schmucklos sind, können sie von den Angehörigen während einer Trauerfeier zum Beispiel bemalt oder auch beschriftet werden. Text/Bild: Bestattungen Stachnik

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Published on: 12 Januar
Posted by: Marlene Wegmann

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