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Besucher kommen Waldbewohnern im Wildgehege im Dinklager Burgwald ganz nah

Emma (4) und ihr Bruder Mats Dahlbüdding (3) aus Lohne sind fast täglich in Dinklage. In den frühen Abendstunden besuchen die Geschwister die vielen Tiere im Wildpark im Burgwald. Beim Streichelzoo mit den Ziegen, Schafen und schwarzen Lämmern sowie den Minischweinen sind sie besonders gerne. Mit von der Partie sind auch die Eltern und Großeltern. Sie nutzen die Zeit, um durchzuatmen und sich vom Alltag zu erholen.
Die Tür zum Wildpark, der direkt neben dem neu gestalteten Spielplatz liegt, öffnet sich leise. Gleich zu Beginn erfährt der Besucher, was ihn alles erwartet: Damhirsche, Minischweine, Zwergziegen, Fuchs, Kaninchen, Fledermaus, Eichhörnchen, Igel oder auch Zwerghühner, Enten, Tauben, Spechte, Eulen und der Mäusebussard. Aufgestellte Waldregeln sollen Tiere und Natur, aber auch den Besucher schützen. Die Tiere sollen nicht gefüttert werden. Besucher dürfen keine Äste abreißen, die Tiere nicht jagen und auch das Rauchen auf dem Gelände ist zu unterlassen. Das ist in mehrere mögliche Fußwege aufgeteilt. In einer äußeren Lauflinie gibt es einen Trimm-dich-Pfad.
Direkt vom Startpunkt aus wachsen hohe Bäume gen Himmel. Sie empfangen den Besucher – mit angenehmer Kühle bei den warmen Sommertemperaturen. Der Wind ist durch die Bäume zu hören. Unter den Füßen knacken kleine Holzstöcke. Auf einer Lichtung ist eine weitere Familie zu sehen. Sie haben ihren Bollerwagen dabei und machen gerade Halt, um sich mit Getränken zu stärken. Hinter ihnen taucht eine von vielen Infotafeln auf. Diese erklären Baumarten oder auch Tiere, die es zu entdecken gibt.
Etwas weiter grast das Damwild. Ab und zu schauen die Tiere hoch. Manche haben es sich bei der Wärme auch bequem gemacht und liegen im grünen Gras. Andere beäugen den Menschen mit Skepsis und treten lieber die Flucht an. Aus der sicheren Entfernung beobachten sie die Situation zwischen den Bäumen heraus weiter. Im Laub raschelt es. Eine Amsel hüpft hervor, flattert dann auf und ist im nächsten Moment schon nicht mehr zu sehen.
Nächste Station: Streichelzoo. Hühner und Enten picken die auf dem Boden verstreuten Körner. Mittendrin hat sich ihnen ein schwarzes Lämmchen angeschlossen. Es ist vermutlich aus dem Gehege getürmt und fühlt sich zwischen dem Federvieh ganz wohl. Dann horcht es auf. Seine Mutter ruft. Schnell zwängt es sich durch eine kleine Lücke im Zaun und stupst seine Nase sanft an die des Muttertieres. „Ach, schau mal das Kleine“, tönt es verzückt von einer nahe gelegenen Sitzbank.
Wer auf dem 54 Hektar großen Gelände, das zum Vila Vita Burghotel gehört, weitergeht, trifft auch auf ein Denkmal. Am 29. April 1944 stürzte im Burgwald ein Bombenflugzeug mit dem Namen „El Lobo“ ab. Auf der Steintafel ist zu lesen, dass alle zehn Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Die Tafel solle sie und weitere Verstorbene ehren.
Das Wildgehege selbst wurde 1968 geöffnet und ist täglich von 8 bis 19 Uhr frei zugänglich. Wer vom Denkmal aus dann weiter geht, kann sich zwischen einer 20-, 40- oder 80-minütigen Tour inmitten des Landschaftsschutzgebietes mit der Flora und Fauna des Oldenburger Münsterlandes entscheiden. Alle Pfade haben aber eines gemeinsam: Beim Spaziergang kommen die Besucher den Bewohnern des Waldes ganz nah – und das ohne Zaun oder Abtrennung. Zum Wildpark gehören ferner eine auf Anfrage für Gruppen buchbare Feuerstelle, Joggingstrecken und ein Insektenhotel.
Info: Mehr zum Dinklager Wildgehege gibt es unter www.vilavitaburghotel.de.  Text/Fotos: Scholz

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Published on: 15 Juli
Posted by: ovadmin

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