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Römische Technik und mittelalterlicher Neubeginn

Die dritte Kulturreise des Jahres des Heimatvereins Dinklage nach Xanten ließ die Mitreisenden Brüche in der 2000 Jahre alten Technik- und Kulturgeschichte anschaulich erleben.
„Germanische Barbaren vernichteten römische Baukunst und es dauerte fast 1000 Jahre, das Wissen neu zu erarbeiten“, heißt es im Pressetext.
Auf dem Stadtrundgang in Xanten sahen die Dinklager eine aus römischem Abbruchmaterial entstandene mittelalterliche Stadt, die aus einem klerikalen Innenbereich und einer umgebenden Bürgerstadt bestand.
Ein imposantes Stadttor, wieder aufgebaute Teile der Stadtmauer und der trockengelegte Wassergraben ließen die ehemalige Größe erahnen. Lange nach der Vertreibung der Römer kamen die Franken und begannen, die Stadt Xanten aufzubauen. Das Baumaterial holten sie aus der nebenliegenden Römerstadt.
Der gewählte Standort war die Hinrichtungsstätte des heiligen Viktor. Der Name Xanten stammt von „ad santos“ ab; bei den Heiligen. Begüterte Stiftsherren, der Kölner Erzbischof und reiche Kaufleute sorgten später für Xantens Wohlstand.
Nicht nur Siegfried aus dem Nibelungenlied wurde hier geboren, auch Clemens August Kardinal von Galen hat in Xanten 1936 ein eindrucksvolles Zeugnis hinterlassen. Er predigte über das Verhältnis von Gehorsam und Gewissen im nationalsozialistischen Staat. Nur im Einklang mit Gottes Willen habe die Obrigkeit Befehlsgewalt. Ein großes Fenster im Dom erinnert heute an Kardinal von Galen.
Nach dem Mittagessen in einer römischen Herberge begann die Führung durch die um 100 von Kaiser Trajan gegründete Stadt „Colonia Ulpia Traiana“. Beeindruckend waren die Ausmaße der einst von etwa 15 000 Menschen bewohnten Römerstadt. Alle Teilnehmer waren erstaunt, dass die Römer schon in so früher Zeit eine Garnisonsstadt am Rhein mit einer steinernen Stadtmauer, mit riesigen Tempelanlagen, mit Thermen und dem 5000 Zuschauer fassenden Amphitheater bauen konnten. Steinhäuser mit Fußboden- und Wandheizung, Frischwasserleitungen, Abwasserkanäle, öffentliche Toiletten, Krananlagen, florierende Handwerksbetriebe, eine Schiffswerft und ein rechtwinkliges Straßennetz bestimmten das Stadtbild.
„Leider wussten die Franken nach der Eroberung der „Colonia Ulpia Traiana“ im Jahre 275 mit der römischen Baukunst und Technik nichts anzufangen und benutzten die Gebäude als Steinbruch“, teilt der Heimatverein Dinklage mit.
Beim Kaffeetrinken in einem Rhein-Café diskutierten einige Reisende über die Zerstörung der römischen Stadt und den damit einhergehenden Wissens- und Technikverlust für einen Zeitraum von über 1000 Jahren. Foto: Hoymann

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Published on: 27 August 2017
Posted by: ovadmin

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